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BETRIEB3 Min. · 24.06.2026

Leerfahrten senken: fünf Hebel aus der Praxis

Von der Tourenbündelung bis zur Rückfahrt als Paar: was gut geführte Krankenfahrdienste anders machen.

Jede Leerfahrt ist bezahlte Zeit ohne Gegenwert: Sprit, Fahrerlohn, Fahrzeugverschleiß — und der Wagen fehlt genau dann, wenn der nächste Auftrag hereinkommt. Leerkilometer machen in vielen Fahrdiensten einen spürbaren Teil der gefahrenen Strecke aus, und kaum jemand misst sie. Die gute Nachricht: Die meisten davon sind vermeidbar, ohne einen einzigen Fahrer mehr einzustellen. Hier sind fünf Hebel, die in der Praxis greifen.

1. Rückfahrten aktiv koppeln, nicht dem Zufall überlassen

Der Klassiker: Ein Patient wird morgens zur Dialyse gefahren, der Wagen kehrt leer zurück, und am Mittag fährt ein zweiter Wagen leer los, um denselben Patienten abzuholen. Wer Hin- und Rückfahrt als Paar plant, nimmt dem Problem die Hälfte.

Entscheidend ist, dass die Rückfahrt schon bei der Auftragsannahme mitgedacht wird, nicht erst, wenn der Patient anruft. Planen Sie die Rückfahrt in dem Moment mit, in dem Sie die Hinfahrt anlegen.

2. Touren geografisch bündeln

Zwei Fahrten in dieselbe Klinik, 20 Minuten auseinander, von zwei verschiedenen Fahrzeugen — das ist kein Einzelfall, sondern Alltag, wenn niemand den Überblick über die Gesamtlage hat. Ein Blick auf die Karte statt auf die Einzelaufträge zeigt sofort, welche Fahrten sich zusammenlegen lassen.

Faustregel: Wenn zwei Aufträge innerhalb von 30 Minuten und 5 Kilometern zum selben Ziel führen, gehören sie in dieselbe Tour — oder es braucht einen sehr guten Grund dagegen.

3. Den Fuhrpark zur Verordnung passen lassen

Das Beförderungsmittel steht auf der Verordnung; der Arzt wählt es nach der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall (§ 4 Krankentransport-Richtlinie). Ihr Hebel ist der Fuhrpark: Ein KTW, der für eine Fahrt eingeplant wird, die ein Taxi oder Mietwagen fahren darf, fehlt genau dann, wenn ein Krankentransport ansteht. Wer die Fahrzeugklasse jeder Fahrt an der Verordnung ausrichtet, hält die teuren Wagen frei und reduziert nebenbei die Standzeiten der kleinen Fahrzeuge.

4. Standzeiten sichtbar machen

Leerfahrten sind nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte sind Standzeiten: Der Fahrer wartet 40 Minuten auf einen Patienten, der noch in der Behandlung ist. Diese Zeit taucht in keiner Kilometerabrechnung auf, kostet aber genauso. Erst wenn Fahr- und Standzeiten je Fahrzeug erfasst sind, lässt sich erkennen, welcher Wagen fährt und welcher vor allem wartet.

5. Muster aus den eigenen Daten lernen

Fahrdienste sind erstaunlich vorhersehbar. Dieselben Dialysepatienten, dieselben Zeitfenster, dieselben Kliniken, Woche für Woche. Wer diese Muster einmal sauber erfasst, kann Touren im Voraus planen statt reaktiv zu reagieren. Genau hier liegt der größte Hebel: Die meisten Leerfahrten entstehen nicht durch schlechte Fahrer, sondern durch fehlende Übersicht in der Disposition.

Was das in Zahlen bedeutet

Wie viel diese fünf Hebel bringen, hängt vom Betrieb ab, und eine Zahl dafür nennen wir nicht, weil wir keine gemessen haben. Was sich sagen lässt: Der Effekt kommt nicht aus teurer Optimierungssoftware, sondern daraus, die eigene Flotte vollständig zu sehen.

Der erste Schritt kostet nichts: Notieren Sie eine Woche lang jede Leerfahrt und ihren Grund. Sie werden überrascht sein, wie viele davon sich auf zwei oder drei wiederkehrende Muster zurückführen lassen, und wie gut die sich abstellen lassen, sobald sie sichtbar sind.

Weiterlesen: Was eine Leerfahrt ist und die Disposition in MitaBase.

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